Das unterscheidet den Solopreneur von Selbstständigen und Freiberuflern

Bestimmt hast du das Wort „Solopreneur“ schon einmal gehört oder im Internet gelesen. Und vielleicht hast du wissend genickt, als dir jemand gesagt hat, er sei ein Solopreneur. Aber was unterscheidet den Solopreneur von einem Selbstständigen oder von einem Freiberufler?

solopreneur business oder freiberufler

Nun… jeder hat seine Persönlichkeit, seine Fähigkeiten, seine Art zu Arbeiten und seine Bedürfnisse. Und nicht jede „Form“ ist für jeden geeignet.

Zu wissen, wie man tickt, wie man arbeiten will und die eigene Zielklarheit, können letztendlich darüber entscheiden, wie erfolgreich das Business wird.

In diesem Artikel möchte ich dir den Unterschied zwischen einem Solopreneur, einem Selbstständigen und einem Freiberufler erläutern.

Was ist ein Solopreneur?

Wenn du nach „was ist ein Solopreneur“ googelst, findest du einige Definitionen dazu. Im englischsprachigen Raum gibt es zu diesem Suchbegriff unzählige Einträge, weil der Solopreneur dort schon lange bekannt ist. Allein in den USA soll es mittlerweile über 20 Millionen Solopreneure geben. Im deutschsprachigen Raum war „der Solopreneur“ lange unbekannt, obwohl diese Art des arbeitens von vielen Menschen bereits praktiziert wurde.

Starten wir damit, was Solopreneure nicht wollen:

Sie wollen..

  • keinen 9-to-5 Job und erst recht nicht in einem Firmenumfeld.
  • in keine Projekte mit hohem Abstimmungsbedarf eingebunden sein.
  • keine Bindung an bestimmte Büroräumlichkeiten.
  • keinen Chef, der ihnen sagt, was zu tun ist.
  • keine Verantwortung für Mitarbeiter, die auf ihrer Gehaltsliste stehen.
  • das Risiko ihrer Investitionen klein und überschaubar halten.
  • keine komplizierten Prozesse, die viel Zeit und Geld in Anspruch nehmen.

Das zusammengefasst unterscheidet den Solopreneur schon mal deutlich von anderen Unternehmenstypen.

Solopreneuren geht es in erster Linie um Freiheit, Unabhängigkeit und der Liebe bzw. der Leidenschaft zum eigenen Business.

Frei zu entscheiden, wann, wo, wie und mit wem sie arbeiten. Solopreneure entscheiden allein, arbeiten aber nicht allein. Sie sind vernetzt mit Freiberuflern, wie Werbetextern, Webdesignern, virtuellen Assistenten, anderen Solopreneuren usw.

Unabhängig zu sein von Strukturen und Mitarbeitern. Am Kerngeschäft arbeiten zu können mit möglichst wenig Verwaltungsaufgaben. Das ist ihr Ding.

Passives Einkommen aufbauen

Sie tauschen Zeit nicht mehr nur gegen Geld, d.h. sie bauen sich ein passives Einkommen in Form von digitalen Produkten auf.

So können sie frei entscheiden, ob und in wie weit sie ihre Dienstleistungen noch Einzelpersonen oder Firmen anbieten. Das unterscheidet den Solopreneur ganz klar von anderen Unternehmern.

Solopreneure lieben was sie tun. Sie entfalten in ihrer Arbeit ihr gesamtes Potenzial, treffen schnelle und einfache Entscheidungen und lassen ihr Business von Jahr zu Jahr wachsen, indem sie soweit wie möglich auf Automatisierung der Prozesse setzen.

Klingt gut?

Dann lass uns schauen, was es bedeutet, zu den Selbstständigen zu gehören.

Was ist ein Selbstständiger und was unterscheidet ihn vom Solopreneur?

Der Weg des Selbstständigen kann damit beginnen, dass er die gleichen Wünsche und Ziele wie ein Solopreneur hat. Er möchte Freiheit und Unabhängigkeit und etwas tun, was er gerne tut. Zudem möchte er alleine entscheiden können.

Dennoch gibt es Unterschiede zum Solopreneur:

  • Zu Beginn der Selbstständigkeit wird oftmals alleine gearbeitet. Wächst das Business, wächst auch der Bedarf verschiedene Tätigkeiten abzugeben. Es werden Leute eingestellt, Teams gebildet, die ein Gehalt beziehen.
  • Selbstständige übernehmen dann Führungsaufgaben. D.h. sie müssen delegieren, vertrauen, Prozesse implementieren, Verwaltungsarbeiten übernehmen bzw. überwachen.
  • Mit zunehmendem Wachstum des Business, wächst das Risiko mit. Investitionen müssen gut überlegt sein, denn sie sind um ein vielfaches höher, als dies bei einem Solopreneur der Fall ist.

Selbstständige arbeiten Aufträge oder Projekte ab, halten sich an Terminplanungen und müssen auf Forderungen der Auftraggeber reagieren. Entsprechend des Projektes oder des Auftrages ist der Arbeitsalltag fremdbestimmt.

Zudem unterscheidet sich „groß denken“ als Solopreneur oder als Selbstständiger enorm. Denn mit jedem Wachstum gibt der Selbstständige Freiheit und Unabhängigkeit immer weiter auf. Die Verantwortung für Mitarbeiter und Geschäftsentwicklungen nehmen zu. Dafür hat der Selbstständige dann vielleicht eine schicke Büroetage und ein Firmenschild an der Hauswand.

Das unterscheidet den Solopreneur deutlich von einem Selbstständigen.

Klingt gut? Und bist du heute mehr ein Solopreneur oder ein Selbständiger?

Aber warte… lass uns als letztes noch schauen, was es bedeutet, zu den Freiberuflern zu gehören.

Was ist ein Freiberufler und was unterscheidet ihn vom Solopreneur?

Der Antrieb, ein Freiberufler zu werden, entsteht meist durch die gleichen Wünsche und Ziele wie beim Solopreneur und auch beim Selbstständigen.

  • Raus aus der Vollzeitbeschäftigung.
  • Kein 9-to-5 Job mehr.
  • Die Freiheit zu haben, Auszeiten zu nehmen oder auch von anderen Orten arbeiten zu können.
  • Arbeitszeiten selbst zu wählen.

Jedoch gibt es auch hier Unterschiede zum Solopreneur:

Denn der Freiberufler arbeitet wie ein Selbstständiger. Er bietet seinen Kunden Dienstleistungen an und arbeitet nach deren Anforderungen und Fristen. Zeit wird gegen Geld getauscht. Freiberufler werden gebucht, weil sie besondere Fähigkeiten, besonderes Know-How haben. Das ist der Kern ihres Business. Zum Beispiel Werbetexter, WordPress-Spezialisten, Theme- und Plugin-Entwickler.

Der Businessaufbau eines Solopreneurs basiert auf der Leidenschaft für eine bestimmte Nische und nicht aufgrund seiner Fähigkeiten und seines Know-Hows.

Das unterscheidet den Solopreneur deutlich von einem Freiberufler.

Solopreneur? Selbstständiger? Freiberufler? Welcher Unternehmenstyp bist du? Und ist das überhaupt wichtig?

Ja, das ist wichtig!

Es ist wichtig, weil es um dein Leben geht. Denn jede Unternehmensform bringt andere Verantwortungen, Risiken und Verpflichtungen mit sich.

Vielleicht bist du momentan noch angestellt, träumst aber schon lange von einer Selbstständigkeit. Du hast den Schritt noch nicht gewagt, weil dein finanzielles Polster nicht sehr groß ist und der Sprung ins kalte Wasser für dich einfach zu viel Risiko bedeutet.

Und vielleicht denkst du aus dieser Perspektive: „Wow… Solopreneur sein, das ist es“… und insgeheim siehst du dich mittags um 12 Uhr noch im Schlafanzug auf der Couch liegen, die Katze streicheln, den 2. Kaffee in der Hand haben und hey… gleich startet die erste Soap im Fernsehen.

Schnitt 😊

Bevor du dir weiter vorstellst, wie der Nachmittag verläuft… lass uns mal auf ein paar weitere Faktoren schauen, die ein Solopreneur-Leben so mit sich bringt:

Mit Journaling Fragen zu den Bereichen Klarheit & Fokus, Businessziele und Business-Wachstum, steigst du ein in einen 28-Tage-Wachstumsprozess.

Wie dein Solopreneur-Leben aussieht

Als Solopreneur bist du solo unterwegs

Wenn du nicht außer Haus einen Termin hast oder in einem Kunden-Call bist, dann verbringst du die Zeit alleine in deinem Büro, an deinem Wohnzimmer-Tisch oder von wo aus du auch immer arbeitest. Erfolgreiche Solopreneure arbeiten gerne allein, um flexibel zu sein und die eingenen Projekte zu verfolgen.

Die Frage ist… kannst du das und willst du das?

Ich selbst habe immer gerne in Teams gearbeitet. Ich mochte die Energie, den Spirit, das Gefühl, wenn wir ein Projekt zum Erfolg geführt haben. Als ich 2002 als Business Coach in die Selbstständigkeit ging, fiel mir das „alleine Arbeiten“ sehr schwer. Ich brauchte einige Zeit für diese Umstellung.

Heute liebe ich es. Ich bin dadurch besser, schneller, fokussierter und zielgerichteter unterwegs. Ich verabrede mich mit anderen Solopreneuren zum Mittagessen, auf einen Spaziergang oder auf einen Kaffee… manchmal auch über Zoom. Alleine sein und alleine arbeiten sind für mich völlig unterschiedliche Dinge.

Als Solopreneur brauchst du Eigenmotivation

Und das nicht zu wenig! Und die Frage ist… hast du die oder kannst du die aufbringen?

Früher gab es für mich ganz klare Vorgaben von Seiten der Geschäftsleitung, was bis wann umgesetzt werden muss. Als Solopreneur definierst du deine Ziele selbst und leitest daraus deine Aufgaben ab. Dazu brauchst du eine ordentliche Portion Motivation.

Als Solopreneur brauchst du ein dickes Fell

Ich erinnere mich noch gut, wenn es früher in der Firma Ärger gab. Statt den Ärger runterzuschlucken bin ich kurzerhand zu meinem Kollegen Jörg ins Nachbarbüro und habe mir erstmal Luft gemacht. Das hat nur ein paar Minuten gedauert und der Ärger war… naja… nicht verflogen, aber gut kontrollierbar 😊

Als Solopreneur ist das heute anders. Wenn es ganz dicke kommt, ziehe ich mir schon mal die Jogging-Schuhe an und gehe eine Runde laufen. Denn es gibt keine Kollegen im Nachbarbüro mehr. Und selbst, wenn du mit anderen Solopreneuren verbunden bist… du schätzt und respektierst deren Zeit und klingelst nicht einfach durch, weil du dich mal auskotzen willst.

Die Frage ist… hast du ein dickes Fell oder bist du bereit, Dinge mit dir selbst auszumachen?

Als Solopreneur brauchst du Kreativität

Falls du noch angestellt bist, weißt du sicher eines sehr zu schätzen. Das Gehalt, das Monat für Monat auf dein Konto fließt. Egal, ob du einige Tage krank oder im Urlaub warst. Wenn du als Solopreneur unterwegs bist, fällt das weg.

vom starren zum dynamischen Mindset

Und auch wenn du dir mit der Zeit ein passives Einkommen aufgebaut hast… du brauchst immer neue Ideen, Inspirationen, Kreativität um Wachstum zu generieren. Es wird Phasen geben, da spürst du Unsicherheit.

Wird das funktionieren, was ich vorhabe? Und wenn nein… wie sieht es mit der monatlichen Miete oder der Darlehenszahlung für die eigene Immobilie aus?

Die Frage ist also… kannst du trotz aufkommender Unsicherheit und Zweifel kreativ sein?

Du siehst, die Wahl deiner Unternehmensform hat viel mit deiner Persönlichkeit zu tun. Solo unterwegs zu sein, die eigene Motivation immer hochzuhalten, weiterzumachen auch wenn es mal unbequem oder hart wird und auch in unsicheren Phasen kreativ bleiben… ist nicht für jeden gemacht.

Aber man kann lernen, seine Persönlichkeit dahin zu entwickeln. Es ist ein Prozess.

Lass mich eine kurze Zusammenfassung machen und dich fragen…

Solopreneur werden – ist das was für dich?

Als Solopreneur…

  • hast du keinen 9-to-5 Job. Du bestimmst selbst über deine Arbeitszeiten, musst aber auch die Motivation aufbringen, an deinen Sachen dranzubleiben.
  • gehst du Risiken ein, weil du keine regelmäßigen, gleichbleibenden Einnahmen hast. Du genießt jedoch deine Reise, weil selten ein Tag so ist wie der andere.
  • bist du in der Lage Ideen schnell umzusetzen und Profit zu machen, wenn dein Plan voll aufgeht. Und das tut er nicht immer… kann ich ein Lied davon singen. Und dennoch bleibst du dran indem du die Idee einstampfst, erweiterst oder völlig anders umsetzt und das Ganze nochmal angehst.
  • arbeitest du nur für dich… wenn wir das Finanzamt mal außen vor lassen und das bedeutet, du achtest auf dich und deine Gesundheit. Regelmäßige Auszeiten, Bewegung, Sport, gesunde Ernährung gehören für dich mit zu deinem Solopreneur-Lifestyle.
  • holst du dir Hilfe, wenn du merkst, dass du Hilfe brauchst. Sei es in Form eines Coaching, Mentoring, einer virtuellern Assistenz,  im technischen Bereich, beim Werbetexten. Jede Hilfe lässt dein Solopreneur Business schneller wachsen.
  • darfst du immer weiter lernen. Und zwar das, was du lernen willst. Du hast nie einen Lernstillstand und bringst so dein Business auf Erfolgskurs.
  • bist du dir im Klaren darüber, dass sich Erfolg nicht über Nacht einstellt. Du bist bereit dein bestes zu geben. Denn du weißt, warum du tust, was du tust.
  • arbeitest du wann du willst, wo du willst, wie du willst, mit wem du willst und was du willst.
  • weißt du, für wen du das alles tust!

Wie oft hast du genickt?

Ich habe dir 9 Punkte aufgezählt. Wie oft hast du jetzt genickt oder zu dir gesagt: „Will ich. Mach ich. Kann ich mir vorstellen. Das hört sich so gut an. Das wäre mein Traum".

Wie oft?

Mehr als 4mal? Dann ist es wohl an der Zeit als Solopreneur richtig durchzustarten. Wenn du noch angestellt bist, dann starte nebenberuflich. Wenn du zu den Selbstständigen und Freiberuflern gehörst, dann überlege dir, wie du digitale Produkte in dein Business integrieren kannst und wie sich dein Business dann skalieren lässt.


petra haasmann

Eines der besten Bücher zum Thema Solopreneurship möchte ich dir hier gerne noch empfehlen. Es ist von Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg und hat den Titel "Solopreneur - Alleine schneller am Ziel" (Partnerlink). Es ist zwar von 2016 hat an Aktualität aber nichts eingebüßt.

Wenn du den Weg nicht alleine gehen möchtest, kann dich meine über 13jährige Erfahrung als Solopreneurin unterstützen. Schau dir dazu gerne mein Mentoring "Vom Wissen zum Wirken - Unternehmerin 3.0" an.


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